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FAQ - Die häufigsten Fragen zu Lebendfutter




Ich möchte Fruchtfliegen züchten. Kann ich mir die Fliegen für einen Zuchtansatz selbst fangen?

Sicherlich kann man sich das erste "Zuchtpaar" im Obstkorb in der Küche selbst fangen, aber man darf sich danach auch nicht darüber beklagen, dass auch alle folgenden Generationen fliegen können. Für das Verfüttern an die Fische ist es auf jeden Fall einfacher, wenn man sich einen Zuchtansatz der stümmelflügeligen Form besorgt, den es sowohl von der Großen als auch Kleinen Fruchtfliege gibt.

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Fruchtfliegen: der Futterbrei schimmelt. Ist das schlimm?

Bei der Großen Fruchtfliege kann es vorkommen, dass der Futterbrei zu schimmeln beginnt. Der Grund liegt entweder in zu feuchtem Futterbrei oder an einem zu kühlen Standort (die Entwicklung der Maden hängt von der Temperatur ab - sobald Maden im Brei sind ist die Gefahr von Schimmelbildung gebannt). Ich konnte auch bei schimmeligen Futterbrei keine Beeinträchtigung der Kultur feststellen: die Maden bzw. Fliegen entwickeln sich normal und nach einigen Tagen ist der Schimmel verschwunden (anscheinend wird er von den Maden gefressen). Bei gelegentlicher Verfütterung von Fliegen aus Gläsern mit anfangs verschimmelten Brei habe ich noch keine negativen Auswirkungen auf die Fische bemerkt, aber zum Normalfall sollte es keinesfalls werden.

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Woher bekomme ich Holzwolle für meine Fruchtfliegenansätze?

Holzwolle wird leider immer seltener als Verpackungsmaterial benutzt und ist somit auch schwieriger zu bekommen. Im Weinfachhandel sollte man jedoch noch fündig werden und auf freundliche Anfrage kostenlos etwas Holzwolle "abstauben" können.

Man kann sich auch Holzwolle direkt beim Hersteller bestellen. Nur sind die Verpackungseinheiten jenseits von Gut und Böse - zumindest bei unserem geringen Bedarf.

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Kann ich meine Fruchtfliegenansätze auch mit Nylonstrümpfen abdecken?

Ich rate hiervon ab, da sich wilde, flugfähige Fruchtfliegen mit unseren flugunfähigen Tieren durch die Nylonstrümpfe paaren können und die nachfolgenden Generationen daraufhin flugfähig sind. Wie in den Zuchtanleitungen beschrieben, benutze ich doppeltes Küchenpapier (z. B. Zewa Wisch&Weg). Der Hersteller ist egel, nur sollte das Papier eine gewisse Reißfestigkeit besitzen (wichtig beim Verfüttern der Fliegen).

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Pantoffeltierchen: kann ich auch Dosenmilch füttern?

Ja, Dosenmilch eignet sich auch als Futter, muß jedoch sehr vorsichtig (nur wenige Tropfen) dosiert werden. Ein Zuviel an Dosenmilch bringt die Kultur sehr schnell zum kippen - hier ist getrocknete Bananenschale unkomplizierter.

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Bananenschale: wie trocknet man diese ohne dass sie schimmelt?
Wird für Pantoffeltierchen benötigt

Nachdem die Bananenschale zwei Tage gewässert wurde (zum Beispiel in einem Einmachglas oder in einer Kunststoffschüssel) mit einem Küchentuch ("Wisch&Weg") die "Weichteile" entfernen (abstreifen) und die Schale abtrocknen, damit sie nicht mehr patschnaß ist. Anschließend wird die Bananenschale entweder auf einer warmen Aquarienabdeckung oder im Sommer bei schönen Wetter in der Sonne getrocknet (mit einem warmen Heizkörper funktioniert es natürlich auch).

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Kann man für Essigälchen auch Weinessig benutzen?

Meine bisherigen Versuche, Essigälchen in Weinessig zu züchten, schlugen fehl. Die Älchen haben sich auch nach mehreren Monaten nicht vermehrt - ich möchte sogar behaupten, dass sie weniger geworden sind. Also lieber auf bewährten Apfelessig zurückgreifen.

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In meiner Enchyträenkiste sind kleine "Fliegen" - was ist das?

Es kann sich hierbei um harmlose Trauermücken handeln; allerdings wird auch von Schlupfwespen berichtet (Friederich/Volland). Letztere sollen besonders in schwach mit Würmern durchsetzen Kulturen starke Schäden verursachen.

Ich muß hier ganz ehrlich sagen: am liebsten sind mir Zuchten ohne "Fliegen" und dergleichen (ausgenommen Kellerasseln: diese sind erwünscht!). Bei geringem Befall reicht es, die einzelnen "Fliegen" mit den Fingern zu zerquetschen. Bei massiven Auftreten soll auf den Deckel gestrichener Baumleim (D. Ott, mündl. Mitteilung) bei der Bekämpfung helfen, ich selbst habe es aber noch nie probiert und sehe an dieser Methode auch die Gefahr, dass die nützlichen Kellerasseln daran festkleben.

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Sind Tubifex als Futter generell abzulehnen?

Oft wird von Tubifex als Futter abgeraten, weil die Würmer aus verschmutzen Gewässern stammen. Ich bin jedoch der Meinung, dass auch Tubifex eine sehr gute Speiseplanergänzung darstellen, wenn sie vor dem Verfüttern mindestens zwei bis drei Tage in sauberem Wasser gehältert wurden (siehe Lebendfutter aufbewahren).

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Tubifex züchten - ist das möglich?

Ich habe bisher in keiner Literatur etwas zur Zucht von Tubifex gefunden. Wahrscheinlich ist der hierfür nötige Aufwand (fließendes Wasser mit ständiger Nährstoffversorgung) im Gegensatz zur Naturentnahme einfach zu groß bzw. für den privaten Aquarianer überhaupt nicht durchführbar.

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Hüpferlinge züchten - ist das möglich?

Eine gezielte Zucht bei begrenztem Platz wie beispielsweise bei Wasserfloehen ist nicht sonderlich produktiv. In meine Regentonnen (200-300l Fassungsvermögen; Regenwasser mit reichlich Tannennadeln) ausgesetze Hüpferlinge vermehren sich zwar, aber von einer wirklichen Futterzucht möchte ich nicht sprechen. Dafür ist die erzielte Ausbeute einfach zu gering. Wer solches Futter benötigt, sollte tümpeln gehen.

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Was eignet sich noch als Futter neben den bereits vorgestellten Futtertieren?

Je nach Größe der Fische können Stubenfliegen, Schmeißfliegen, Schnaken, Motten und Nachtfalter, Kellerasseln, Spinnen und Grashüpfer sowie Grillen und Heimchen verfüttert werden. Wichtig ist nur, dass die Futtertiere ohne Chemie gefangen bzw. getötet wurden (wenn man sie nicht lebend verfüttert).

Besonders Insekten, die lebend auf die Wasseroberfläche gestreut werden, sind ein guter Ersatz für Anflugnahrung, von der sich viele Fische in der Natur ernähren.

Siehe hierzu auch Wiesenplankton und weitere Futtertiere.

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Wo kann ich Futtersiebe bzw. einen Siebsatz kaufen?

Einfache Siebsätze gibt es im Zoohandel unter der Bezeichnung "Artemiasiebsatz". Für sehr feines Tümpelfutter oder Pantoffeltierchen/Essigälchen ist die kleinste Maschenweite dieser Siebe jedoch noch zu grob.

Einen nicht ganz billigen Siebsatz mit den Maschenweiten 20, 60, 100, 250 und 450 µm bietet die Fa. Schuran Seawater Equipment an. Die zwei feinsten Siebe lassen auch bei Pantoffeltierchen oder Essigälchen keinen Frust aufkommen.

Eine weitere Bezugsquelle für Siebe in verschiedener Größe und Maschenweite bietet Gerd Arndt an. Ich bevorzuge mittlerweile meinen Siebsatz von Gerd gegenüber dem von Schuran: Gerds Siebe kann man praktischerweise problemlos stapeln und somit auf einfache Weise die Futtertiere nach Größe sieben.

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Gibt es Alternativen zu käuflichen Siebsätzen?

Man kann sich selbst aus Müllergaze oder Bronzegaze Siebsätze bauen. Pinter (Handbuch der Aquarienfischzucht) empfiehlt als Rahmen Teakholz. Teakholz schwimmt auf dem Wasser und bleibt formstabil, auch wenn es naß wird. Für Pantoffeltierchen tut es sicherlich auch mal ein Kaffeefilter, aber bequemer ist es doch mit einem fertigen Sieb.

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Kannst Du mir einen Zuchtansatz Moina/Daphnia schicken?

Leider nein. Ich selbst züchte keine Wasserflöhe und kann Dir deshalb auch keinen Zuchtansatz schicken. Du kannst aber gerne eine Mail an den Autor der jeweiligen Zuchtanleitung schicken und dort nachfragen (siehe Zuchtanleitungen für Lebendfutter). Oder Du fängst Dir selbst Dein "Zuchtpaar" Wasserflöhe (Daphnia) bei einer Tümpeltour (wie? Siehe Lebendfutter selbst fangen).

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Tümpeln: wie sortiere ich unerwünschte "Beifänge" am einfachsten aus?

Unerwünschte "Beifänge" (z. B. Libellen- und Käferlarven) sortiert man nach Möglichkeit gleich am Fangplatz aus. Größere Tiere erkennt man mit bloßem Auge und kann sie ins Fanggewässer zurücksetzen. Manchmal hat man jedoch auch Laub und Schlamm mit im Netz: hier leere ich den Kescherinhalt nicht direkt im Eimer aus sondern hänge das Netzende in den Eimer so dass der Inhalt gerade mit Wasser gedeckt ist. So lassen sich auch Tiere erkennen und aussortieren die ansonsten im Matsch unentdeckt bleiben.

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Wie hoch ist die Gefahr, dass ich mir mit Lebendfutter Krankheiten in mein Aquarium einschleppe?

Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus schätze ich die Gefahr eines Einschleppens von Fischkrankheiten als relativ gering ein. Sicherlich kann man es nie ausschließen, aber in meinen Augen ist das Risiko beim Neukauf von Fischen größer als beim regelmäßigen Verfüttern von Lebendfutter (besonders wenn Tümpelfutter aus fischfreien/temporären Gewässern entnommen wird, was jedoch nicht immer praktizierbar ist).

Ohne Risiko ist Lebendfutter aus eigenen Futterkulturen!

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Darf/Kann ich meine Fische ausschließlich mit Lebendfutter ernähren?

Es kommt auf die Fische an: für sich auch in der Natur carnivor ernährende Fische (z. B. Zwergbuntbarsche und viele Salmler) kommt es bei einer ausschließlichen Ernährung mit frischem Lebendfutter zu keinen ernährungsbedingten Mangelerscheinungen. Wäre es anders, würde wohl kein Aquarianer Fische aus Naturentnahmen (Wildfänge) kaufen!

Man darf sich jedoch bei ausschließlicher Lebendfutterfütterung und den Fischen zusagenden Wasserwerten nicht über eine extrem starke Färbung der Fische wundern :-).

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