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Köcherfliegenlarven

Köcherfliegenlarve (Köcher entfernt) Köcherfliegen zählen im zoologischen Sinne nicht zu den Fliegen sondern bilden eine eigene Ordnung in der Klasse der Insekten. Am nächsten sind sie mit den Schmetterlingen verwandt (W. Engelhardt, 1967).

Als Bioindikatoren in Fließgewässern spielen Köcherfliegenlarven eine wichtige Rolle: Das Vorkommen spezieller Arten lässt auf ein unbelastetes bis mäßig belastetes Gewässer schließen (Güteklasse I bzw. II).

Je nach Köcherfliegenart kommen die Larven in fließenden wie auch in stehenden Gewässern vor. Viele Arten (nicht alle) spinnen als Larve einen röhrenförmigen Köcher der mit Steinchen, Blättern, Holz oder anderem Material verkleidet wird um ihren weichen Hinterleib zu schützen. Aus dem Köcher ragt im Normalfall nur der Kopf und der vordere Körper mit den Beinen heraus; bei vermeintlicher Gefahr kann sich die Larve aber auch komplett in den Köcher zurückziehen.

Köcherfliegenlarve mit Köcher Von den 314 (NEU, P. J. 2002a) in Deutschland vorkommenden Köcherfliegenarten ist für mich als Aquarianer nur die abgebildete Art von Interesse. Sie ist im Frühjahr häufig in temporären Wasserlachen im Wald (zusammen mit Schwarzen Mückenlarven) zu finden. Die Larven werden bis ca. 30 mm lang. Der Köcher wird bei den abgebildeten Tieren immer aus Eichenlaub (nach Beobachtungen im Aquarium auch die Hauptnahrungsquelle) gebaut. Buchenlaub beispielsweise (als Baumaterial sowie als Futter) wird komplett ignoriert.

Biotop der vorgestellten KöcherfliegenlarvenIch sortiere entweder die Larven einzeln aus dem Laub (was durch die hohe Vorkommensdichte ganz gut funktioniert) oder habe sie automatisch als Beifang von Schwarzen Mückenlarven mit im Kescher. Die Larven werfe ich mit Köcher ins Aquarium. Der Köcher wird zwar nicht von den Fischen gefressen, aber es entsteht doch eine nicht unerhebliche Beschäftigung für die Fische um an das begehrte Futter zu gelangen: Die Larve muss im richtigen Moment am Kopf gepackt und aus dem Köcher gezogen werden. Größere Fische zerfetzen auch den Köcher und fressen anschließend die Larve - der übrige Köcher kann bei Bedarf beim nächsten Wasserwechsel mit abgesaugt werden oder (wen es nicht stört) im Becken belassen werden. Eine Schädigung der Aquarienbepflanzung durch nicht sofort gefressene Larven konnte ich noch nicht feststellen.


Literaturnachweis:

  • BELLMANN, HEIKO (1988): Leben in Bach und Teich
  • ENGELHARDT, WOLFGANG (1967): Was lebt in Tümpel Bach und Weiher
  • Heintges System (2001): Sicher durch die Fischerprüfung - Gewässerkunde
  • NEU, P. J. (2002a): Neunachweise von Köcherfliegen-Arten für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland (Insecta: Trichoptera). - Lauterbornia 43: 33-38, Dinkelscherben.

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